• Eva Backofen, Dresden: "Im Schilderschatten" - Reiseskizzen und Medaillen
Die Ausstellung wird über das Kunstfest hinaus bis einschließlich August zu sehen sein.
• Julia Langer, Berlin: "Nach langem Fieber" | Gedichte von Emily Dickinson - Buchvorstellung und Lesung
Das Siebdruckbuch „Nach langem Fieber“ aus der Reihe „Oktavhefte“ der Edition Rothahndruck ist eine Gemeinschaftsarbeit. Die Nachdichtungen von Julia Langer wurden von Reiner Slotta (Berlin) handgesetzt und handgedruckt. Die Grafik - Handzeichnungen von Eva Backofen - wurde in zweifarbige Siebdrucke umgesetzt. Das Heft ist mit Fadenbindung handgebunden, nummeriert und handsigniert.
--> Lesung: Sonnabend und Sonntag, jeweils 14.00 Uhr
• Indischer Basar
--> Sonntag - ab 11.00 Uhr:
Indische Strandläuferinnen - Vom Glück, 4 Grazien zu begegnen, Eva Backofen
Foto: Christine Starke, Dresden 2023
„In der Bildhauerei gibt es nur drei Themen: Stehen, Sitzen, Liegen.“
Diesen Satz hörte ich während des Studiums. War es ein Zitat, oder die Erkenntnis des Herrn Professors Gerd Jaeger? Ich habe darüber viel gelacht.
In der Folgezeit hatte keine meiner Plastiken eine stabile Senkrechte. Ich brach zugunsten des Ausdrucks jede Regel. Dann vergaß ich den Satz.
Bei Betrachtung meiner gerahmten Skizzen für die Ausstellung „Im Schilderschatten“ fiel mir der Satz wieder ein. Die alten Weisen des Yoga kannten 80 000 Asanas, Haltungen, in denen der Körper ruhen soll. Beobachtet man lebendige Wesen in ihrer natürlichen Umgebung sieht man eine unendliche Vielfalt laufend weiterfließender Haltungen.
Der oben zitierte Satz für sich allein wirkt einengend. Seinen Sinn bekommt er erst im Zusammenhang mit der unendlich vielfältigen Erscheinungswelt der Lebewesen. Will man vor dieser Vielfalt zeichnen und sitzt mit einem weißen Blatt mittendrin, ist man für eine Weile völlig hilflos. Erst, wenn die Anschauung direkt in die Hand fließt, gelangt etwas auf das Papier. Das ist kein bewusster Denkprozess. Anschauung und Zeichnen laufen gleichzeitig ab.
Der oben zitierte Satz ist nur als ein Gleichnis dieses Prozesses zu verstehen: Sein Sinn scheint nicht zu sein, eine Formel zu schaffen, sondern ist eine archaische Antwort auf die Vielfalt.
Man kann den Weg nicht abkürzen. Der Weg geht nur über die Anschauung. Skizzen sind das Ergebnis, wenn man diesen Prozess trainiert. Sie erfordern Konzentration. Sie sind ein Formenschatz für die weitere Arbeit.
Geboren: 31.10. 1949 in Meißen
Schule: Abitur am Grauen Kloster, Ostberlin
Lehre: Kascheurin an der Komischen Oper Berlin und Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
Studium:
• 1973 – 1975 HfBK Dresden, Fachbereich Theaterplastik, Diplom
• 1975 – 1980 ebenda, Bildhauerei, Diplom bei Professor Gerd Jäger
Tätigkeit:
• Seit 1980 freischaffende Bildhauerin und Zeichnerin in Dresden
• 1984 - 1989 Mitglied im VBK Dresden
• ab 1989 Mitglied im BBK und im Sächsischen Künstlerbund
• ab 1991 Gruppe „Kartoffel“, ein KommunikativArtOffenesProjekt
• 2009 Stipendium Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop mit der Gruppe „Kartoffel“
• 2010 Sächsischer Kleinkunstpreis, Oelsnitz
• ab 2019 Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst (DGMK)
• 2021 Arbeitsstipendium der Landeshauptstadt Dresden für 1 Monat (Dez.2021)
Arbeiten im Besitz von Museen: Münzsammlung München, British Museum London, Bodemuseum Berlin, Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek Weimar, Humboldt-Universität zu Berlin und in privaten Sammlungen
• „Zwergziege Elfi“, Striesener Str., Dresden, Sandstein
• „Siebenschläfer“, Freigut Ickowitz bei Meißen, Sandstein
• Turmfigur auf dem Schloss Bad Muskau, Bronze, Rekonstruktion
• Brunnen im Lingnerschloss, Bronze, Rekonstruktion
• Turmzimmer, Decke, Residenzschloss Dresden, Antragstuck, Rekonstruktion
• „Berührung“ und „Sinnende“, Adams Teich, Moritzburg, Sandsteine
• „Die Löcher sind die Hauptsache an einem Sieb“, Bronze, Ringelnatzpfad, Wurzen, (Wettbewerbsarbeit)
• „Pusteblume“, Sächsischer Gründerinenpreis
• „Was sehen die Bienen – Erinnerung an Mathilde Hertz“, Bronze, Sammlung der Humboldt-Universität zu Berlin
• „Kinolino“, Kinderfilmpreis
• „Pestdoktor“, Bronze, Frankenberg/Sa., Friedenspark, Wettbewerbsarbeit
• „Deutscher Medailleurpreis Johann Veit Döll“, Neugestaltung des Preises
• FIDEM-Kongressmedaille 2025 (Wettbewerbsarbeit)
• 2915 „Duett“, Kunstverein Wernigerode, Eva Niemann (Malerei) und Eva Backofen (Skulptur)
• 2018 „Kluge Frauen – Portraits in Skulptur, Malerei, Zeichnung, Medaille“, Humboldt-Universität zu Berlin, Katalog
• 2019 „Nach allen Seiten“, Art figura Schwarzenberg, Katalog
• 2020 „Totentanz“, Einnehmerhaus Freital
• 2021 „Hand Große Kunst - Deutsche Medaillenkunst Heute 2007-2019“ , Münzsamml. München, Katalog
• 2022 „Die Jenaer Hofvernissagen 1986 bis 1989 - Autonome Kunst und Kultur in der späten DDR“, TRAFO Jena, Katalog
• 2023 „IFIDEM - Internationale Ausst. Zeitgenössischer Medaillen“, Biblioteca Nazionale, Florenz, Katalog
• 2024 „STEIN BRUCH ZEIT - 50 Jahre Steinbruch Reinhardtsdorf“, Stadtmuseum Pirna, Katalog
• „Transitionen– Zu Wirkungen gesellschaftlicher Umbrüche im künstlerischen Werk“, Riesa e.V., Motorenhalle, Katalog
• 2025 „FIDEM - Internationale Ausstellung zeitgenössischer Medaillen“, München, Antikenmuseum
• „STEIN BRUCH ZEIT - 50 Jahre Berliner Bildhauersymposium im Steinbruch Reinhardtsdorf“, Galerie am Amalienpark, Berlin
Große Wäsche, Skizze - Eva Backofen

Zum Werdegang
• 1970 in Dresden geboren, Kindheit in Radeberg
• Nach dem Abitur Vorpraktikum für ein Medizinstudium
• Mitbegründung des Projekttheaters Dresden und schauspielerische Arbeit dort
• Antritt und Abbruch eines Philosophiestudiums, wechselnde Erwerbstätigkeit
• Leben mit meinen beiden Töchtern
• Zusammenarbeit mit dem Dresdner Dichter Andreas Paul, Lesungen und Studioaufnahmen zu verschiedenen LyrikerInnen
• Eigene Texte seit 2013 in den Literaturzeitschriften floppy myriapoda, Abwärts!, Zweifel, Teflon, Trieb – Kurzprosa und Lyrik
• 2018 Umzug nach Berlin
• Bisher erschienen: Die Eremiten, Distillery, Berlin 2021;
• und: Nach langem Fieber – Gedichte von Emily Dickinson, Rothahndruck, Berlin 2026
Mein Partner Johannes Jansen machte mich auf Emily Dickinsons besondere Lebensgeschichte aufmerksam. Neugierig geworden habe ich 2021 begonnen, Gedichte von ihr zu übersetzen.
Es ging mir darum, die poetische Kraft der Texte herauszuarbeiten, nicht um eine wortgenaue Übersetzung. Ich habe mich an Begriffen, Rhythmus, Reimform und Satzzeichen orientiert, auch teilweise auf die englischen Zeilen gereimt, um Dickinsons Melodie aufzugreifen.
Ich habe versucht, den Grundgedanken, bzw. eine denkbare Situation, in welcher das jeweilige Gedicht entstanden sein könnte, zu finden und anhand dessen mit den Möglichkeiten der deutschen Sprache den Text neu zu dichten. Das ging manchmal sehr schnell, manchmal hat es einige Tage gedauert, bis ich den richtigen Ansatz hatte.
Ich stand in regelmäßigem Austausch mit einem Freund, Alexander Heinich, dessen kluge und witzige Kommentare mich immer wieder angespornt haben, so dass am Ende 20 Nachdichtungen entstanden sind, von denen 10 im vorliegenden Band dankenswerterweise abgedruckt wurden.

Nach fast 30 Jahren verkleinere ich mein Geschäft und räume das Lager. Schritt für Schritt - zum Kunstfest geht's weiter. Im Laufe der Jahre hat sich einiges angesammelt. Zeit, auch die Schätze aus den hintersten Schränken ans Tageslicht zu holen und auszubreiten.
Viele Unikate sind noch zu haben - und Nachschub aus Indien wird es leider nicht mehr geben. Für kleines Geld ist sicherlich so manches Schnäppchen dabei.
Für heißen indischen Tee sorge ich natürlich - da lässt sich leicht so manches schöne Stück finden …!
Stöbern angesagt!
Das Kunstfest bietet den perfekten Rahmen für einen weiteres Treffen. Denn Sie wissen ja:
Meißen steckt voller kreativer Menschen mit einem großen künstlerischen Potential und noch mehr spannenden Ideen. Gut vernetzt und vermarktet, kann und sollte das ein wichtiger Motor unserer Stadtentwicklung sein.
Bringen Sie sich weiter ein! Und lassen Sie uns im Gespräch bleiben.



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